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03.04.2009, 17:49

Interview mit Jochen-Schweizer.de

Im Februar war ich bei den Erlebnisvermittlern der Jochen Schweizer GmbH in München und habe mit mit Georg Röben (Leitung Marketing) und Inga Weireter (Online Marketing) über die Branche der Erlebnisvermittler, das Partnerprogramm von Jochen-Schweizer.de und dessen Zukunft gesprochen.

Jochen-Schweizer.de EmpfnagDer Empfang bei Jochen-Schweizer.de

Affiliate-Marketing.de: Einführend möchte ich euch bitten, für alle, die Jochen Schweizer GmbH noch nicht kennen, eure Geschäftsidee kurz vorzustellen.

Jochen-Schweizer.de: Jochen-Schweizer.de gibt es als Erlebnisagentur seit 20 Jahren und wir vermitteln mittlerweile über 700 Erlebnisse über das Online-Portal Jochen-Schweizer.de, welche sehr gerne als Erlebnisgeschenke gekauft werden. Ein Großteil der Erlebnisse wird von anderen Anbietern eingekauft, zum Teil bietet die Jochen Schweizer GmbH aber auch eigene, mitunter exklusive Erlebnisse und Attraktionen an, beziehungsweise ist an den anbietenden Gesellschaften beteiligt. Seit einiger Zeit haben wir auch unsere sogenannten 'Adrenalin-Shops', in denen man unsere Erlebnisse auch offline, also ganz klassisch im Laden kaufen kann.

Affiliate-Marketing.de: Ich dachte bisher, dass ihr ausschließlich als Vermittler tätig seid. Was bietet ihr denn zum Beispiel selber an?

Jochen-Schweizer.de: Das ist nur teilweise richtig. Es stimmt, dass die große Masse an Erlebnissen eingekauft wird. Aber so ein paar richtig actionreiche Produkte haben wir selber bzw. sind daran beteiligt.

Affiliate-Marketing.de: Und die wären?

Jochen-Schweizer.de: Wir sind beispielsweise zu einem Drittel an einer Gesellschaft beteiligt, die gerade in Bottrop einen eigenen Windkanal baut. Das wird wohlgemerkt keine billige Kirmesbudenanlage, wo man einen weiten Anzug anziehen muss und dann von unten durch einen Propeller hochgeblasen wird. Das Problem an solchen Systemen ist, dass der Propeller die Luft zerhackt und in eine Rotation bringt. So etwas ist nichts für Anfänger und daher nicht für den Spaß zwischendurch geeignet. Wir bauen einen Umluftwindkanal, welcher komplett geschlossen ist. Es gibt eine Flugkammer mit einem Glasring, durch den man auch als Zuschauer gut ins Innere schauen kann. Die Flugkammer ist rund 17 Meter hoch, hat einen Durchmesser von knapp fünf Metern und wird nach oben hin breiter, so dass weiter oben der Luftdruck abnimmt. In dieser Kammer kann man auch gut zu mehreren Personen fliegen. Man braucht auch keinen weiten Anzug, da dieses Teil locker 270km/h Windgeschwindigkeit schafft. Auch für Kinder ist ein solcher Umluftwindkanal sehr gut geeignet. Darüber hinaus organisieren wir Bungee-Jumping, House-Running und die ganzen vertikalen Erlebnisse selber. Der Baseflyer am Parkinn Hotel in Berlin ist demnächst genehmigungsreif und eine TÜV-Abnahme für das Modell liegt bereits vor. Das ist im Prinzip der freie Fall an einem Seil entlang einer Hauswand. Unten wird man natürlich kurz vor dem Boden abgebremst.
(Anmerkung der Redaktion: der Windkanal in Bottrop wurde eben eröffnet und funktioniert prächtig. Der Baseflyer in Berlin wird diese Woche in Betrieb genommen.)

Jochen-Schweizer.de EmpfnagInga Weireter mit einem Modell des Windkanals

Affiliate-Marketing.de: Das wäre ja genau das Richtige für mich...

Jochen-Schweizer.de: Also das ist aber eher eine 'kleinere' Aktion. Wir planen derzeit noch ganz andere, größere Erlebnisse. Wir versuchen z.Z. zum Beispiel eine Schrägseilrutsche zu genehmigen. Das Prinzip kennt man von Kinderspielplätzen: zwischen zwei Pfählen wird ein Drahtseil gespannt über das eine sogenannte Laufkatze gleitet. Dieses Modell planen wir in ganz groß.

Affiliate-Marketing.de: Was genau heißt 'ganz groß'?!?

Jochen-Schweizer.de: Wir haben das in Frankfurt schon mal von einem Wolkenkratzer herunter gemacht. Es ging ungefähr 300 Meter runter. Aber das ist uns eigentlich noch zu wenig. Wir hätten es gerne von einem der bayrischen Hausberge runter. Das wären dann 1,6 Kilometer, dann aber natürlich mit Festschnallengurten und nicht mehr einfach nur zum Festhalten. Das wäre glaube ich ziemlich cool! Solche Sachen entwickeln wir halt selber, daher sind wir auch ganz klar mehr als einfach nur ein normaler Erlebnis-Vermittler. Unser Chef Jochen Schweizer hat selber über 1000 Fallschirmsprüngen gemacht, ist weit über 3000 mal Bungee gesprungen, hat über ein eigenes System und Franchising seines eigenen Systems über 600.000 Bungee-Sprünge verkauft und so weiter. Er ist halt einer, der selber im Thema drin ist, und so ist es mit dem Rest der Mannschaft auch. Wir leben das.

Affiliate-Marketing.de: Wie schaut es mit der Vermarktung, speziell dem Online-Marketing von Jochen-Schweizer.de aus? Habt ihr das an Agenturen abgegeben oder seid ihr da genauso drin, wie in der Erlebnis-Geschichte?

Jochen-Schweizer.de: Wir machen marketingtechnisch alles selber und geben bewusst nichts an Agenturen weiter. Das gilt sowohl für das Offline-Marketing wie auch für das Online-Marketing und wir ziehen das Offline-Marketing genauso response- und messungsorientiert auf wie das Online-Marketing. Wir haben zum Beispiel im Offline-Marketing über das Jahr verteilt für mehrere Millionen Euro Radio- und Fernsehwerbung geschaltet. Diese Werbung steigert natürlich auch den Bekanntheitsgrad der Marke Jochen Schweizer, und das trägt gerade im SEM- und Affiliatebereich erheblich dazu bei, die Konversionsrate zu steigern.

Jochen-Schweizer.de - Das LagerDas Erlebnis-Lager

Affiliate-Marketing.de: Wie messt ihr das genau? Ich habe mich gestern noch mit einem Freund über Radiowerbung unterhalten und bin der Meinung, dass Radiowerbung, abgesehen vom Branding-Effekt, mit die schlechteste Werbung überhaupt ist. Schließlich fällt das Tracking schwer, und auch das Targeting stellt ein Problem dar. Man hört immer die unpassendste Werbung im unpassendsten Moment.

Jochen-Schweizer.de: Das mit dem Tracking ist ganz einfach. Wir fragen den Kunden unter anderem, wie er auf uns aufmerksam geworden ist und können so eigentlich alles messen. Die Conversion auf Radiowerbung, Fernsehwerbung, SEM, PR und so weiter wird, so gut es eben geht, erfasst. Unter Umständen hat der Kunde natürlich vor dem Kauf mehrere Werbeeinflüsse wahrgenommen. Wenn ein Kunde zum Beispiel einen Gutscheincode benutzt, aber angibt, dass er über Radiowerbung auf uns aufmerksam geworden ist, unser Klicktracking uns jedoch verrät, dass er über einen Affiliate-Link via AdWords zu uns gekommen ist und außerdem unseren Newsletter gelesen hat, dann nehmen wir das Geld, das er bei uns ausgegeben hat und verteilen es zu gleichen Teilen in diese angegebenen und automatisch getrackten Kanäle. So erkennen und messen wir, in welchem Kanal beziehungsweise in welchen Kanälen der Umsatz generiert wurde.

Affiliate-Marketing.de: Wie hoch sind die Umsätze, die ihr nach dieser Messung durch Affiliate-Marketing generiert?

Jochen-Schweizer.de: Für das letzte Jahr machen wir gerade erst die Analysen, aber im Sinne dieser Kanalaufteilung sind das gut 10%, und das ist nicht wenig. Für dieses Jahr sind im Affiliate-Bereich 3,5 Millionen Euro Umsatz geplant.

Affiliate-Marketing.de: Wie viele Affiliates sorgen denn bei Euch für den meisten Umsatz. Es ist ja kein Geheimnis, dass allgemein der Großteil aller Affiliates eher kleine Brötchen backt und 90% des Umsatzes von 2-3% der Affiliates generiert wird.

Jochen-Schweizer.de: Das stimmt, das sind nicht so viele. Ich denke, dass so zehn bis 15 unserer Affiliates richtig gut verdienen und weitere 40-50 auch ein sehr gutes und lukratives Geschäft machen. Das kommt natürlich immer darauf an, wo man den Strich zieht. Und dann gibt es natürlich noch ganz viele kleine Affiliates, aber auch diese generieren ihre Sales, wenn auch nicht in der Masse und Kontinuität, wie es die Top-Affiliates tun.

Affiliate-Marketing.de: Wie bewerben diese Top-Affiliates eure Produkte? Gibt es gewisse Dinge, die besonders gut ziehen?

Jochen-Schweizer.de: Ein klassisches und sehr erfolgreiches Modell sind gut gebaute Webseiten und Projekte mit exklusivem, mehrwertigem Content zu einem speziellen Thema, zum Beispiel Luftsport, Ballonfahren, Paragliding und so weiter. Das ganze gepaart mit sauberer Suchmaschinenoptimierung ist uns am liebsten, sowas sehen wir gerne. Diese Modelle haben mit Affiliate-Marketing, den Netzwerken und allem drum und dran absolut ihre Berechtigung. Es gibt natürlich auch andere Methoden, wo Leute mehr oder weniger ungerechtfertigter Weise Cookies platzieren, und da denken wir uns auch, warum wir in solchen Fällen Provision zahlen sollen. Aber Affiliates die solides SEO betreiben sind immer gerne gesehen.

KühlschrankwandArbeiten macht hungrig!

Affiliate-Marketing.de: Ein interessantes und derzeit heiß diskutiertes Thema. Wie geht Jochen-Schweizer.de mit Cookie-Dropping und Affiliates um, die solche 'Schmarotzer-Methoden' einsetzen?

Jochen-Schweizer.de: Es gibt immer ein paar Ausreißer, aber die bekommen auch direkt zu spüren, dass wir bei diesen Methoden nicht mitspielen, und das spricht sich natürlich auch rum. Wir kriegen sie alle, und dann werden auch mal ganze IP-Adressen ausgesperrt.

Affiliate-Marketing.de: Ihr habt anfangs Eure Adrenalin-Shops erwähnt. Angenommen, ein Kunde wird über Affiliate-Marketing auf Jochen-Schweizer.de aufmerksam und kauft daraufhin in einem eurer Adrenalin-Shops. Das Tracking ist dann natürlich unterbrochen...

Jochen-Schweizer.de: Das stimmt, in dem Fall geht nichts und das tut uns auch leid. Das gilt auch für unsere Callcenter, die allerdings nicht nur Bestellungen entgegennehmen, sondern auch beraten und somit auch einen großen Beitrag zum Kaufprozess leisten. Dennoch können wir da leider nichts machen, aber dafür schütten wir auch bis zu 15% Provision aus. Und da wir für die meisten Produkte nur Händler sind, ist das schon jenseits von dem, was wir eigentlich ausschütten können. Wir reichen die Kunden ja eigentlich nur durch, und 15% wären so gesehen Harakiri. Um das zu erläutern, müssen wir zwischen Werbekanälen und Vertriebskanälen unterscheiden. Ein bestimmter Werbekanal zahlt ja gegebenenfalls auch an einen bestimmten Vertriebskanal ein, meinetwegen das Telefon. Aber wir wissen auch, dass sich die Online-Werbung und hier speziell das Affiliate-Marketing auf die anderen Vertriebskanäle einzahlt und deswegen rechnen wir hoch, was wir uns an Provision leisten können.

Affiliate-Marketing.de: Wäre es nicht eine Idee, den Tracking-Bruch zwischen Online und Offline mit Gutschein- oder Aktionscodes zu tracken? So könnten sich interessierte Kunden die mit Affiliate-ID's versehenen Codes am heimischen PC ausdrucken und dann in euren Adrenalin-Shops einkaufen. Bei der Bezahlung würde der Code eingescannt und der Kunde könnte exakt zugeordnet werden.

Jochen-Schweizer.de: Das wäre etwas, was wir vielleicht mal probieren müssten. Wenn ein Affiliate bereit wäre eine Website zu bauen, die unsere Adrenalin-Shops bewirbt, könnten wir da mal solche Codes testen. Es gibt aber natürlich auch einen Effekt in die andere Richtung. Unsere Shops sind effektive Werbeflächen und auch deren Werbewirkung auf unsere Online-Portale messen wir. Und das sind ein paar Hundertausend Euro im Jahr von Leuten, die durch unsere Adrenalin-Shops auf Jochen Schweizer aufmerksam wurden und dann online nach uns suchen und auch bei uns kaufen. Dadurch hat man natürlich als Affiliate immer die Möglichkeit, an diesem Werbeeffekt mitzuverdienen. Das gleiche gilt für Radio- und Fernsehwerbung.

Affiliate-Marketing.de: Auf eurem Portal können Besucher auch Bewertungen von Erlebnissen schreiben und diese Funktion wird augenscheinlich auch genutzt. Einige Kunden kommen also auch später wieder, und der ein oder andere bucht sicherlich auch ein zweites und drittes Mal. Derzeit bietet Jochen-Schweizer.de jedoch keine Lifetimevergütung an.

OrganigrammOrganisation ist Alles ;-)

Jochen-Schweizer.de: Das ist bei uns ein Spezialthema, denn bei uns beschenken in den meisten Fällen Frauen Ihre Männer beziehungsweise Lebensgefährten. Und offensichtlich schenken Frauen ungerne ähnliche Dinge oder Geschenke vom gleichen Anbieter ein zweites mal. Bei Männern haben wir zwar eine viel höhere Markenbekanntheit, aber unsere Kunden sind zu zwei Dritteln Frauen. Frauen haben für gewöhnlich eine viel höhere Neigung, etwas Sinnvolles zu schenken und sich mit den in Frage kommenden Geschenken wirklich auseinandersetzen. Männer neigen ja manchmal dazu, schnell vor der Verabredung zur nächsten Tankstelle zu rennen und einen Blumenstrauß zu kaufen, während Frauen wirklich nach ansprechenden Geschenken suchen und recherchieren. Aber zurück zur eigentlichen Frage. Unser Warenkorbwert liegt im Schnitt bei ca. 100€ - 130€. Die meisten Menschen verschenken nicht alle Tage Geschenke dieser Preisklasse, höchstens zum Geburtstag oder zu Weihnachten und dann auch nur an wirklich nahestehende Personen wie zum Beispiel den Partner oder die Partnerin. Die Kunden kommen zwar teilweise wieder, aber dann wirklich erst nach einer geraumen Zeit.

Affiliate-Marketing.de: Könnt ihr ein paar Zahlen nennen? Wie viele eurer Kunden kaufen ein zweites oder drittes Mal ein und nach welcher Zeit?

Jochen-Schweizer.de: Das sind geschätzt ungefähr fünf, wenn es hochkommt zehn Prozent. Für Lifetimevergütung macht unser Geschäftsmodell daher auch wenig Sinn und deshalb sind wir auch sehr stark an Neukundengewinnung und der Verbreitung unserer Marke interessiert. Was aber wohl sinnvoll ist, und was wir auch unterstützen, ist eine sehr lange Cookie-Laufzeit. Die Leute kaufen nicht bei uns, wenn sie keinen Bedarf haben. Unsere Kunden tätigen keine Impulskäufe, sondern kommen mit dem definitiven Anliegen zu uns, jemanden zu beschenken oder potentielle Geschenke zu recherchieren. Wir werben zum Beispiel verstärkt zu Valentin, besonders in Suchmaschinen, und wissen gleichzeitig, dass unsere Angebote den meisten Kunden zu teuer für ein Valentinsgeschenk sind. Das ist eben für den Großteil der Bevölkerung nicht der Anlass, um Geschenke jenseits der 100€ zu verschenken. Wir werben dennoch verstärkt, weil zu Zeiten wie dem Valentinstag, Muttertag usw. natürlich das Thema ‚Geschenke‘ akut ist und wir wissen, dass wir so potentielle Kunden erreichen. Wir kommen mit unserer Marke ins Hirn.

Affiliate-Marketing.de: Und wie lange sind eure Cookielaufzeiten? Zwischen Valentinstag und Weihnachten liegen ja schon ein paar Monate.

Jochen-Schweizer.de: Unsere eigenen Cookies laufen unendlich und im Bereich Suchmaschinenmarketing und Affiliate-Marketing 360 Tage. Die meisten dieser Traffic-Mittler-Cookies leben einen oder drei Monate lang. Es ist uns wichtig, auch Affiliates zu vergüten, die im Sommer einen Interessenten zu uns geschickt haben, welcher aber erst im Winter abschließt. Am liebsten würden wir die Provision sogar aufteilen. Ein Beispiel: auf den ersten Cookie 50%, auf den letzten Cookie 30% und unter allen dazwischen würden die restlichen 20% aufgeteilt, sozusagen als Assists.

Affiliate-Marketing.de: Was ist, wenn bei einem Bestellvorgang Cookies aus mehreren Netzwerken greifen?

DownstairsKurze Arbeitswege kombiniert mit Spaß

Jochen-Schweizer.de: Cookies von unterschiedlichen Netzwerken laufen bei uns ungefiltert auf. Die Auswertung geschieht dann manuell und dort wird eben das „last cookie“ vergütet. Aber auch da könnten wir uns auf Dauer eine feinere Steuerung vorstellen. Es wäre schön, wenn wir das irgendwie hinbekommen würden, damit wir wenigstens ein paar Assists vergüten könnten. Wir werden sicherlich in Zukunft die Affiliate-Geschäftsmodelle genauer durchkämmen und uns anschauen, was diese im Einzelnen bringen. Es gibt Modelle, die bei anderen Anbietern funktionieren und bei uns eben nicht. Wir wissen, dass Leute, die bei uns kaufen wollen, einen Anlass brauchen und dann auch mit relativ großer Wahrscheinlichkeit abschließen. Und diese Leute zahlen auch den vollen Preis. Wenn sich da beispielsweise ein Coupon-Affiliate zwischenklemmt, dann würde dieser Jochen-Schweizer-Coupon benutzt werden, weil explizit danach gesucht wurde. Der Kunde hätte aber auch so gekauft, da er höchstwahrscheinlich sowohl die Marke, als auch die Produkte bereits kennt und nur noch eine Möglichkeit sucht, ein paar Prozent einzusparen. Man kann zwar vereinzelt mal Coupons einsetzen, um zum Beispiel mal ein wenig für Öffentlichkeitswirkung zu sorgen. Aber der reine Coupon-Affiliate ist ein Modell, welches uns und auch den Affiliates langfristig nichts bringt. Dementsprechend müssen verschiedene Modelle getestet und aussortiert werden.

Affiliate-Marketing.de: Ihr habt eben schon etwas über eure Zielgruppe erzählt und gesagt, dass ihr gut zwei Drittel weibliche Kunden habt. Welcher Traffic geht denn bei euch besonders gut? Welche Altersklassen, welche Zielgruppen und was sind eure Top-Seller?

Jochen-Schweizer.de: Darauf gibt es eine ganz einfache Antwort: Schaut auf unsere Homepage. Die Positionen vier und sechs auf unserer Homepage sind Testpositionen, die gegen unsere Topseller aufgestellt und getestet werden um zu sehen, wie diese Produkte performen. Und dementsprechend sind die Positionen eins, zwei, drei, fünf und ab der siebten Position alles Topseller. Die gleiche Systematik gilt auch für die Kategorie-Seiten. Es ist aber nicht so, dass die Top-Seller jetzt 30-40% unseres Umsatzes ausmachen, sondern eher 20% wenn nicht sogar weniger. Wir haben einen sehr breiten Longtail und viele, viele kleine Produkte, die am langen Ende viel Umsatz ausmachen. Und wenn man ein paar Produkte akkumuliert, weil sie eigentlich in die gleiche Sparte gehören, dann kann man Gruppen bilden, die komplett ohne Top-Seller ordentlich Umsatz machen. Bungeejumping erlebt derzeit zum Beispiel eine krasse Renaissance. Das Produkt verkauft sich ohne Ende. Zu unserer Zielgruppe kann man sagen, dass sie bei 18 Jahren losgeht, da unsere Kunden mindestens geschäftsfähig sein müssen. Aber grundsätzlich ist es bei uns ja so, dass wir, was unsere Zielgruppe angeht, ein wenig um die Ecke denken müssen. Das gekaufte Produkt wird ja in den meisten Fällen verschenkt, und das sollte man nicht vergessen. Die ganzen Fun-Produkte wie Bungee-Springen und House-Running werden an 18-24jährige und fast zu gleichen Teilen auch an 50-60jährige verkauft. Nur ist es bei den älteren Kunden wahrscheinlicher, dass das gekaufte Erlebnis an den Sohn, die Tochter oder die Enkel verschenkt wird. Die Zielgruppe ist in diesem Fall die Jugend, der Käufer ist aber ein sogenannter Silversurfer. Wir verkaufen also etwas, was vom Käufer weiterverschenkt wird. Daher fällt es auch sehr schwer zu profilieren und zu sagen, dass bestimmte Altersgruppen auch bestimmte Artikel bevorzugen und andere Altersgruppen eher zu anderen Events neigen. Der Käufer ist also nicht unbedingt die Zielgruppe beziehungsweise derjenige, für den das gekaufte Produkt bestimmt ist. Grundsätzlich kann man natürlich sagen, dass wir Leute ansprechen wollen, die auf der Suche nach besonderen Geschenken sind. Insofern kann man die Zielgruppe also schon grob einkreisen. Des Weiteren lassen wir durch die GfK Gruppe (Gesellschaft für Konsumforschung, Nürnberg) im März und September unsere Werbewirkung messen. Ungestützt liegen wir bei circa fünf Prozent und gestützt sicherlich bei 20 Prozent. Weitere Marktforschungen zeigen außerdem, dass unsere Kunden ein überdurchschnittliches Einkommen, ein hohes Bildungsniveau und eine hohe Versand-Affinität haben.

Affiliate-Marketing.de: Ihr könnt einige Erlebnisse nur in bestimmten Regionen anbieten. Macht es Sinn, Besuchern aus dem hohen Norden Werbemittel für Events in den Alpen auszuliefern?

Jochen-Schweizer.de: Es ist tatsächlich so, dass die Leute dazu neigen, Events in ihrer direkten bis näheren Umgebung kaufen. Sie kaufen lokal, weil ja meistens der Lebenspartner beschenkt wird und man so das jeweilige Erlebnis direkt vor der Haustüre wahrnehmen kann. Die großen Produkte haben wir natürlich, so fern es möglich ist, flächendeckend. Dazu zählen zum Beispiel unsere Bungeejumping-Tourneen, die momentan in 19 Städten stattfinden. Wir haben in Deutschland ca. 40 Drop-Zones in denen man Fallschirmspringen kann, und Quadfahren geht zum Beispiel bundesweit. Natürlich gibt es auch ein paar spezielle Produkte die regional gebunden sind. Dazu zählen Canyoning, die alpinen Events und Angebote wie beispielsweise das Eisenbahnfahren. Das kann man verständlicherweise nicht bundesweit anbieten, da einfach nicht überall die Gegebenheiten dafür da sind.

Jochen-Schweizer.de EmpfnagDie Onliner bei Jochen-Schweizer.de

Affiliate-Marketing.de: Das schreit ja förmlich nach Geo-Targeting. Gibt es da passende Werbemittel und kann man sagen, welche Werbemittel grundsätzlich am besten funktionieren?

Jochen-Schweizer.de: Wir haben ein spezielles Werbemittel, das immer hervorragend funktioniert, und das ist unser Geschenkefinder. Das ist ein Formular, in welchem der Benutzer genau sagen kann, was er wo sucht, so dass er dementsprechende Angebote angezeigt bekommt. Ein weiterer Vorteil des Geschenkefinders ist, dass er nicht nach Werbung, sondern eher nach Teil des Contents aussieht. Dadurch wird er auch sehr gut genutzt und ersetzt in Interaktion mit dem Benutzer das Geo-Targeting. Daneben haben wir noch einen Produktdatenfeed in dem sich Informationen zu unseren Erlebnisorten befinden. Mit diesen Angaben lassen sich auch unsere Erlebnisse ganz einfach geographisch einordnen.

Affiliate-Marketing.de: Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise bisher auf euren Umsatz aus? Du hast gerade gesagt, dass eure Kunden überwiegend aus der 'besser verdienenden Schicht' der Bevölkerung sind.

Jochen-Schweizer.de: Ja, das bekommen wir schon mit. Wir leben eher mit der DAX-Kurve als mit der Arbeitslosenkurve. Wenn die Arbeitslosenkurve derzeit auch noch einigermaßen stabil ist, die DAX-Kurve ist es nicht. Wir haben zwar mit Online-Werbung 20-30% weniger Umsatz gemacht, als wir hätten machen können, haben aber insgesamt 2008 im Vergleich zu 2007 eine Umsatzsteigerung von 60% erzielt. Und dieses Jahr streben wir wieder eine Steigerung von 50% an, und das ist auch durchaus realistisch. Wir wissen, wie der englische Markt gewachsen ist, und wenn wir diese Zahlen übertragen, dann schaut es trotz Krise sehr gut aus.

Affiliate-Marketing.de: Wie seht ihr die Zukunft des Erlebnisgeschenke-Sektors, und wohin wird er sich eurer Meinung nach entwickeln? Habt ihr spezielle Tipps für Affiliates?

Jochen-Schweizer.de EmpfnagGünther Giani (ganz links), Inga Weireter
(auf dem Ball), Georg Röben (rechts)
und das Online-Team

Jochen-Schweizer.de: Der Markt wächst, und wir sind uns sehr sicher, dass er das weiter tun wird. Wir haben immer ein Auge auf den englischen Markt und kennen auch die englischen Marktzahlen. In England ist das Produkt in der Form, wie wir es heute anbieten, schon seit knapp 15 Jahren bekannt. In England kann man schon lange Erlebnisgeschenke im normalen Warenhaus kaufen. Wenn man zum Beispiel bei Harrods in die Geschenke-Abteilung geht, dann gibt es da eine Ecke mit 'Activity Gifts', und das können auch mal ein bis zwei Wände von einem oder mehreren Anbietern sein. Da kann man dann seine Ferrari-Fahrt einpacken, an die Kasse gehen und zahlen. In England ist das ein eingeführtes Modell, und das ist auch schon in den Köpfen drin. Wer ein Erlebnisgeschenk sucht, geht einfach ins nächste Kaufhaus und wird dort fündig. Mit diesem Modell werden in England um die 300 Millionen Euro im Jahr umgesetzt. Unser Vorteil dabei ist, dass der deutsche Markt nicht so zerklüftet ist wie der englische Markt. Wir sind in Deutschland Marktführer und können darauf hoffen, dass wir uns auf dem deutschen Markt in einigen Jahren auf mehrere 10, wenn nicht sogar 100 Millionen Euro Umsatz entwickeln können. Das bedeutet natürlich, dass Affiliates, die heute schon dabei sind, in einigen Jahren eine sehr gute Ernte einfahren können. Diese Zahlen und die Entwicklung muss man natürlich kennen, um das richtig einschätzen zu können.

Affiliate-Marketing.de: Jochen-Schweizer.de ist Marktführer? Ich dachte bisher, das wäre mydays.de.

Jochen-Schweizer.de: Über die bereits erwähnten GfK-Studien können wir auch unsere Markenbekanntheit in Relation zu unseren Mitbewerbern feststellen und sagen, dass wir das Drei- bis Vierfache an Markenbekanntheit gegenüber mydays.de haben. Was den Umsatz angeht können wir das natürlich nicht beurteilen.

Affiliate-Marketing.de: Wie haltet ihr es mit der Qualität eurer Angebote? Wenn ein Kunde etwas über Jochen-Schweizer.de bucht und irgendetwas klappt nicht, bleibt der Negativeindruck ja vermutlich an Jochen-Schweizer.de hängen. Habt ihr bestimmte Verträge mit euren Event-Partnern oder ein bestimmtes QM-System?

Jochen-Schweizer.de - ich bin wegDas war's! Ich bin weg...

Jochen-Schweizer.de: Unser Einkauf und Partnermanagement besteht aus 15 Leuten, die jeden Tag mit unseren Partnern arbeiten und diese auch 'überwachen'. Jeder unserer Endkunden wird, sofern wir die Telefonnummer haben, nach einiger Zeit angerufen und kann dann verschiedene Kriterien des Erlebnisses, wie Sauberkeit, Höflichkeit etc. mit dem Schulnotensystem bewerten. Und sobald da ein Angebot unter zwei (gut) geht und sich in Richtung drei (befriedigend) bewegt, gehen bei uns die Alarmglocken an. Bei einer glatten Drei werden die Partner aussortiert. Dieses Qualitätsmanagement müssen wir uns leisten, damit der von dir angesprochene Negativeindruck nicht entsteht. Der aktuelle Notendurchschnitt unserer Partner liegt übrigens bei 1,3. Es gibt nur ganz wenige, die sich darunter bewegen, und den Fällen gehen wir dann auch nach, denn wir wollen nur die besten Partner haben.

Affiliate-Marketing.de: Mich persönlich interessiert noch brennend, ob und wie oft Erlebnisse wie zum Beispiel der Jetflug verkauft werden. Da gehen die Preise ja locker bis zu 15.000 Euro.

Jochen-Schweizer.de: Es gibt ja zum Beispiel den L-39C "Albatros", eine tschechische Trainermaschine, und einen Flug darin gibt es ja schon für knapp 3000€. Solche Erlebnisse werden natürlich sehr selten verkauft, ein paar mal im Jahr, und das geht dann auch eher über persönliche Gespräche und Beratungen. Das sind natürlich Produkte, die auch dem Renommee dienen und sozusagen als Eyecatcher fungieren. Wir wissen auch, dass Leute, die über Jetfliegen zu uns kommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas anderes kaufen. Da greift auch ein wenig ein psychologisches Moment nach dem Motto: 'Aha, die können sogar Jetfliegen anbieten. Dann funktioniert Rennwagenfahren, Fallschirmspringen und Bungee ganz bestimmt'.

Affiliate-Marketing.de: Vielen Dank für das ausführliche Gespräch!

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Günther Giani

Über den Autor, Günther Giani (Affiliate-Marketing.de)Günther Giani bei XING
Ich setze mich seit Anfang 2002 mit Online- und Affiliate-Marketing auseinander. Neben dem ebenfalls 2002 gegründeten Partnerprogramm-Index.de entwickel und betreue ich noch einige weitere Kommunikations- und Informationsportale und bin darüberhinaus der Betreiber von Affiliate-Marketing.de.


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